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Die ersten Patientinnen und Patienten: Worauf es in den Anfangsmonaten ankommt

Von Nicolas Konecny4 Minuten Lesezeit

Eine neue Ordination hat bei Google zu Beginn keine Rezensionen und kaum Links, die auf sie verweisen. Laut Statistik Austria suchten 2024 65 % der 16- bis 74-Jährigen in den drei Monaten vor der Befragung online nach Gesundheitsinformationen1.

28 % der 16- bis 74-Jährigen in Österreich haben 2024 innerhalb von drei Monaten einen ärztlichen Termin online vereinbart1.

Vor der Eröffnung: das Google-Profil

Das Unternehmensprofil bei Google lässt sich schon vor dem ersten Ordinationstag anlegen. Das Eröffnungsdatum muss vor der Bestätigung eingetragen sein, damit die Ordination nicht fälschlich als geöffnet erscheint. Nach der Bestätigung zeigt Google das Profil 90 Tage vor dem Eröffnungsdatum an. Das Datum darf höchstens ein Jahr in der Zukunft liegen2. Rezensionen und Fotos von Nutzern sind erst ab der offiziellen Eröffnung möglich2.

Die Überprüfung kann laut Google „bis zu fünf Arbeitstage dauern“3, sie gehört also in den Zeitplan vor der Eröffnung. Je nach Unternehmenstyp und Region bietet Google dafür Telefon, SMS, E-Mail, Videoanruf oder Postkarte an3.

Was das lokale Ranking bestimmt

Google nennt drei Faktoren für lokale Suchergebnisse: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit4. Die Entfernung zur suchenden Person lässt sich nicht beeinflussen. Für die Relevanz empfiehlt Google vollständige und korrekte Angaben zu Adresse, Öffnungszeiten und Kategorie, dazu Fotos und Antworten auf Rezensionen4. In die Bekanntheit fließen unter anderem Rezensionen und Links ein4, die einer neuen Ordination anfangs weitgehend fehlen.

„Ein besseres lokales Ranking bei Google kann nicht eingefordert werden, auch nicht gegen Bezahlung.“4

Rezensionen erbitten und beantworten

Laut Google können Sie Patientinnen und Patienten über einen Link oder einen QR-Code um eine Rezension bitten5. Verboten sind dagegen Anreize „wie kostenlose oder vergünstigte Produkte oder Dienstleistungen als Gegenleistung für Rezensionen“, ebenso das Entfernen negativer Rezensionen5.

Google empfiehlt Antworten, die „klar, hilfreich und höflich“ sind5. Für Ärztinnen und Ärzte kommt die Verschwiegenheitspflicht hinzu. Sie gilt für „alle ihnen in Ausübung ihres Berufes anvertrauten oder bekannt gewordenen Geheimnisse“6. Antworten Sie deshalb allgemein, ohne auf Behandlung, Befund oder Termin der Person einzugehen, die die Rezension verfasst hat.

Die Website braucht Zeit

Laut Google werden manche Änderungen an einer Website „innerhalb weniger Stunden wirksam, bei anderen kann es mehrere Monate dauern“7. Eine Sitemap einzureichen ist möglich, laut Google aber nicht zwingend erforderlich7.

Vor SEO-Dienstleistern, die Rankings garantieren, warnt Google: „Niemand kann Ihnen eine Platzierung bei Google an erster Stelle garantieren.“8

Leistungen, Öffnungszeiten, Anfahrt und Kontakt passen zum Start auf eine OnePage-Website.

Suchanzeigen in der Anfangszeit

Wer in den ersten Monaten schneller in der Google Suche erscheinen möchte, kann Suchanzeigen schalten. Ob sich Google Ads für eine Ordination rechnet, zeigt ein eigenes Rechenbeispiel. Beim Einrichten sollten Sie diese Einstellungen prüfen:

  • Standort: Anzeigen lassen sich auf einen Umkreis um die Ordinationsadresse ausrichten, der kleinste Radius ist 1 km9. Voreingestellt ist die Option „Präsenz oder Interesse“. Sie erreicht auch Nutzer, die „Interesse an diesen Regionen gezeigt haben“10. Die Option „Präsenz“ beschränkt die Auslieferung auf Personen, die sich vermutlich gerade oder normalerweise in der Region aufhalten10.
  • Budget: Das Tagesbudget ist ein Durchschnittswert. An einzelnen Tagen können die Kosten bis zum Doppelten reichen, als Monatsgrenze gilt das Tagesbudget mal 30,411.
  • Lernphase: Automatische Gebotsstrategien brauchen laut Google „bis zu etwa 50 Conversion-Ereignisse oder 3 Conversion-Zyklen“, um sich anzupassen. Wie lange das dauert, hängt von der Zahl der Conversions ab12. Eine neue Ordination mit wenigen Terminanfragen bleibt entsprechend länger in dieser Phase. Werden Keywords hinzugefügt oder entfernt, beginnt sie erneut12.

Für Anzeigentexte gelten dieselben Regeln wie für jede andere ärztliche Information. Die Verordnung „Arzt und Öffentlichkeit“ untersagt „jede unsachliche, unwahre oder das Ansehen der Ärzteschaft beeinträchtigende Information“, darunter die Selbstanpreisung „durch aufdringliche und/oder marktschreierische Darstellung“13. Wie Suchanzeigen auf passende Anfragen ausgerichtet werden, beschreibt die Seite zum Patientenmatching mit Google Ads.

Kurzcheck für die ersten Monate

  1. Eröffnungsdatum: im Google-Profil eintragen, erst dann bestätigen.
  2. Angaben: Adresse, Öffnungszeiten und Kategorie vollständig und korrekt.
  3. Rezensionen: per Link oder QR-Code erbitten, ohne Gegenleistung.
  4. Antworten: allgemein halten, ohne Hinweise auf Behandlung oder Befund.
  5. Anzeigen: Standortoption, Tagesbudget und Lernphase prüfen.
  6. Angebote: Garantien für den ersten Platz nicht ernst nehmen.

Quellen

  1. Statistik Austria: IKT-Einsatz in Haushalten 2024, 2025.
  2. Google Unternehmensprofil-Hilfe: Eröffnungsdatum eines Unternehmens angeben.
  3. Google Unternehmensprofil-Hilfe: Unternehmen auf Google bestätigen.
  4. Google Unternehmensprofil-Hilfe: Tipps zur Verbesserung des lokalen Rankings bei Google.
  5. Google Unternehmensprofil-Hilfe: Rezensionen lesen und beantworten.
  6. RIS: § 54 Ärztegesetz 1998, Verschwiegenheits-, Anzeige- und Meldepflicht.
  7. Google Search Central: SEO-Startleitfaden.
  8. Google Search Central: Benötigen Sie einen SEO?
  9. Google Ads-Hilfe: Geografisches Targeting.
  10. Google Ads-Hilfe: Standortoptionen.
  11. Google Ads-Hilfe: Durchschnittliches Tagesbudget.
  12. Google Ads-Hilfe: Lernphase von Gebotsstrategien.
  13. Österreichische Ärztekammer: Verordnung Arzt und Öffentlichkeit 2014, konsolidierte Fassung, 2. Änderung vom 14.12.2018.

Über den Autor

Nicolas Konecny

Nicolas Konecny

Gründer von PubliciMed

Nicolas Konecny entwickelt mit PubliciMed Kommunikationsstrategien und Marketingsysteme für Arztpraxen und Gesundheitsunternehmen. Davor war er fünfzehn Jahre in Führungsrollen für digitale Kommunikation tätig, bei willhaben, Goldbach Media Austria und der C Wire AG in der Schweiz. Heute beschäftigt ihn vor allem, wie KI Teil der eigentlichen Arbeit wird. Er unterrichtet an der WU Wien und am MCI Innsbruck.